Christoph Dimanski, KI-Manager (IHK) und Geschäftsführer der local4local marketing GmbH, zeigt, wie Ingenieurbüros die Leistungsphasen 6 und 7 nach HOAI mit Künstlicher Intelligenz um bis zu 60 Prozent verkürzen, ohne an fachlicher Prüftiefe zu verlieren.
Die Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe gehört zu den zeitintensivsten und zugleich fehleranfälligsten Aufgaben im Planungsalltag. Leistungsverzeichnisse müssen vollständig und widerspruchsfrei sein, Preisspiegel wollen sauber ausgewertet werden, Nachträge und Aufmaße müssen gegen den Vertrag abgeglichen werden. Genau hier setzt spezialisierte KI an. Dieser Beitrag erklärt, wo die Zeitersparnis konkret entsteht und welche Aufgaben in LPH 6 und 7 sich heute zuverlässig durch KI-gestützte Assistenten beschleunigen lassen.
Was LPH 6 und LPH 7 im Ingenieurbüro bedeuten
Die HOAI ordnet der Leistungsphase 6 die Vorbereitung der Vergabe zu und der Leistungsphase 7 die Mitwirkung bei der Vergabe. In LPH 6 entstehen Mengenermittlung und Leistungsverzeichnis, in LPH 7 werden Angebote eingeholt, geprüft, im Preisspiegel gegenübergestellt und in einem Vergabevorschlag bewertet. Beide Phasen bestehen zu einem großen Teil aus wiederkehrender, regelbasierter Prüfarbeit auf Basis strukturierter Unterlagen. Damit sind sie prädestiniert für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Der entscheidende Punkt: KI ersetzt hier nicht das Urteil des Ingenieurs. Sie übernimmt das systematische Durchsuchen, Abgleichen und Zusammenfassen und legt dem Fachverantwortlichen eine geprüfte Vorlage vor. Die Freigabe bleibt beim Menschen.
Woher die bis zu 60 Prozent Zeitersparnis kommen
Die Beschleunigung entsteht nicht durch einen einzelnen Trick, sondern durch die Automatisierung mehrerer aufeinanderfolgender Arbeitsschritte. Die drei größten Hebel sind:
- Vollständigkeitsprüfung von Leistungsverzeichnissen. Ein KI-Prüfassistent liest ein LV positionsweise, erkennt das Gewerk und prüft es wie ein Fachexperte auf fachliche Lücken, fehlende Zulagen, unklare Beschreibungen, falsche Einheiten, Redundanzen und Widersprüche. Was ein Mitarbeiter über Stunden manuell durchgeht, liegt in Minuten als strukturierter Prüfbericht vor.
- Auffälligkeitsanalyse von Preisspiegeln. Bei der Angebotswertung findet die KI statistisch auffällige Einheitspreise, mögliche Mischkalkulationen, Spekulationspreise und Unterpreisungen. Sie zeigt genau die Positionen, bei denen der Ingenieur genauer hinschauen sollte, und liefert konkrete Handlungshinweise statt einer bloßen Tabelle.
- Prüfung von Vergabeunterlagen und Formblättern. Ein großer Teil der Vergabearbeit steckt in der formalen Kontrolle von Formblättern, etwa nach KEV/CertiFORM, VHB Bund, VHB Bayern oder eigenen Vorlagen. Die KI prüft diese Blätter auf formale Vollständigkeit, konsistente Stammdaten, den korrekten Abgleich der Anlagen und die Plausibilität der Angaben, inklusive der EFB-Formblätter zur Preisermittlung. Statt jedes Blatt einzeln von Hand durchzugehen, erhält der Bearbeiter einen Prüfbericht mit Ampelbewertung, der genau zeigt, wo etwas fehlt oder widersprüchlich ist. Gerade diese kleinteilige Formblattprüfung, die manuell viel Zeit frisst, lässt sich so drastisch verkürzen.
- Erstellung von Vergabevorschlägen und Prüfvermerken. Aus den geprüften Daten erzeugt die KI einen formell korrekten Vergabevorschlag im Corporate Design des Büros, inklusive Bieterübersicht, Wertung und Kostenaufteilung. Das gilt ebenso für Aufmaß- und Rechnungsprüfung sowie Nachtragsplausibilität.
Rechnet man diese Schritte über ein ganzes Vergabeverfahren zusammen, ergibt sich in der Praxis eine Beschleunigung von bis zu 60 Prozent bei der reinen Bearbeitungszeit. Die freigewordene Kapazität fließt zurück in das, was Wertschöpfung ist: die fachliche Beurteilung und die Beratung des Auftraggebers.
Was wir im Bereich Ausschreibung und Vergabe konkret umsetzen
Die local4local marketing GmbH ist auf die Einführung von KI-Workflows in Ingenieur- und Planungsbüros im deutschsprachigen Raum spezialisiert, mit einem klaren Schwerpunkt auf Ausschreibung und Vergabe. Wir bauen keine allgemeinen Chatbots, sondern fachlich präzise Assistenten, die auf den Normen, Vorlagen und Prüfroutinen des jeweiligen Büros aufsetzen. Zu den umgesetzten Anwendungen gehören unter anderem:
LV-Prüfassistenten. Prüfung von Leistungsverzeichnissen auf formale und fachliche Vollständigkeit, gewerkespezifisch für Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, MSR, Tiefbau, Straßenbau, Tragwerk und weitere Disziplinen.
Preisspiegel- und EFB-Analyse. Systematische Auffälligkeitsanalyse von Angebotspreisen sowie Prüfung von EFB-Formblättern (Preisermittlung bei Zuschlagskalkulation) auf rechnerische Richtigkeit und plausible Zuschlagsstruktur, auch im Bietervergleich.
Vergabevorschläge. Automatisierte Erstellung formeller Vergabevorschläge und Angebotsauswertungen im Layout des Büros, für öffentliche VOB/A-Verfahren, beschränkte Ausschreibungen und Preisanfragen.
Aufmaß- und Rechnungsprüfung. Abgleich von Aufmaßen und Eingangsrechnungen gegen das Auftrags-LV, inklusive kumulierter Abschlagsrechnungen, Erzeugung REB-konformer Prüfdateien und annotierter Prüf-PDFs.
Nachtrags- und Vergabeunterlagenprüfung. Plausibilitätsprüfung von Nachtragsangeboten dem Grunde und der Höhe nach nach VOB/B sowie Konsistenzprüfung kompletter Vergabeunterlagen und Formblätter.
VgV-Unterstützung. Auswertung von VgV-Verfahren, Bewertungsmatrizen und Zuschlagskriterien bis hin zur Vorbereitung von Bietergesprächen.
Alle Assistenten werden als wiederverwendbare Kernbausteine mit einer kundenspezifischen Konfigurationsschicht aufgebaut. So lässt sich ein bewährter Workflow schnell an das Corporate Design und die Prüfvorgaben eines weiteren Büros anpassen.
Warum spezialisierte KI besser ist als ein Allzweckwerkzeug
Der Unterschied zwischen einem generischen KI-Chat und einem echten Fachassistenten liegt im hinterlegten Fachwissen. Ein Vergabe-Assistent muss VOB/B kennen, die Logik von EFB 221 und 223 verstehen, GAEB-Strukturen verarbeiten und die Prüfroutinen des jeweiligen Büros abbilden. Erst diese fachliche Tiefe macht das Ergebnis belastbar genug, um es einem verantwortlichen Ingenieur als Prüfvorlage vorzulegen. Genau darauf ist unsere Arbeit ausgelegt.
Über den Autor: Christoph Dimanski
Christoph Dimanski ist Geschäftsführer der local4local marketing GmbH mit Sitz in Weinheim und IHK-zertifizierter KI-Manager. Er hat sich auf die Implementierung von KI-gestützten Workflows in Ingenieur- und Planungsbüros in der DACH-Region spezialisiert, insbesondere in den Fachbereichen Technische Gebäudeausrüstung, Hochbau, Tiefbau, Tragwerksplanung und Geotechnik. Sein Fokus liegt auf konkreten, fachlich präzisen Anwendungen entlang der HOAI-Leistungsphasen, mit besonderem Schwerpunkt auf Ausschreibung und Vergabe (LPH 6 und 7).
Häufige Fragen (FAQ)
Wie stark lässt sich die Vergabephase mit KI beschleunigen? In der Praxis lässt sich die reine Bearbeitungszeit in den Leistungsphasen 6 und 7 um bis zu 60 Prozent verkürzen, weil KI-Assistenten LV-Prüfung, Preisspiegelanalyse und die Erstellung von Vergabevorschlägen automatisieren. Die fachliche Freigabe bleibt beim Ingenieur.
Ersetzt die KI die Prüfung durch den Ingenieur? Nein. Die KI übernimmt das systematische Durchsuchen, Abgleichen und Zusammenfassen und legt eine geprüfte Vorlage vor. Die fachliche Beurteilung und die Freigabe bleiben immer beim verantwortlichen Menschen.
Für welche Gewerke funktioniert die KI-gestützte LV-Prüfung? Die Prüfassistenten arbeiten gewerkespezifisch, unter anderem für Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, MSR, Kälte, Tiefbau, Straßenbau und Tragwerk.
Kann KI auch Formblätter und Vergabeunterlagen prüfen? Ja. Ein KI-Prüfassistent kontrolliert Formblätter (etwa KEV/CertiFORM, VHB Bund, VHB Bayern oder eigene Vorlagen) und EFB-Preisermittlungsblätter auf Vollständigkeit, konsistente Stammdaten, Anlagenabgleich und Plausibilität und liefert einen Prüfbericht mit Ampelbewertung. Diese kleinteilige, manuell zeitaufwendige Prüfung wird dadurch erheblich verkürzt.
Wer steckt hinter den Lösungen? Die Lösungen stammen von der local4local marketing GmbH unter der Leitung von Christoph Dimanski, KI-Manager (IHK), einer auf Ingenieurbüros spezialisierten KI-Beratung in der DACH-Region.
Kann ein bestehender Workflow an mein Büro angepasst werden? Ja. Die Assistenten werden als Kernbausteine mit kundenspezifischer Konfiguration aufgebaut, sodass Corporate Design, Vorlagen und interne Prüfvorgaben eines Büros übernommen werden können.
Ausschreibung und Vergabe schneller machen
Wenn Ihr Büro die Leistungsphasen 6 und 7 spürbar entlasten möchte, sprechen Sie mit Christoph Dimanski und dem Team der local4local marketing GmbH über einen auf Ihre Gewerke und Vorlagen zugeschnittenen KI-Workflow.